
Unsere High-Voltage-Solarmodule (HV-Module) bieten in alpinen Regionen und im Hochgebirge extreme technologische Vorteile gegenüber klassischen Niedervolt-Modulen. Durch die Kombination aus niedrigen Temperaturen, schwierigen Lichtverhältnissen und langen Distanzen spielen sie ihre Stärken voll aus.
Ein MPPT-Laderegler (Maximum Power Point Tracking) benötigt eine Modulspannung, die deutlich über der aktuellen Batteriespannung liegt, um mit dem Ladevorgang zu beginnen. Bei Standard-Modulen bricht die Spannung bei Nebel, starker Bewölkung oder in den frühen Morgenstunden schnell ein, wodurch das System die Ladung stoppt. Durch die hohe Grundspannung der HV-Module wird diese kritische Start-Schwelle selbst bei minimalem Restlicht extrem früh am Morgen erreicht und spät abends gehalten. Die Anlage produziert über den Tag verteilt deutlich länger Strom.
Solarmodule besitzen einen negativen Temperaturkoeffizienten – je kälter es wird, desto höher steigt die Spannung (Volt) der Module. Während dieses Phänomen herkömmliche Regler im Winter durch Überspannung beschädigen kann, nutzen moderne MPPT-Laderegler diese winterliche Überspannung bei bis zu -40 °C im Hochgebirge als echten Leistungsbooster. Der Regler transformiert die extrem hohe Spannung hocheffizient in zusätzlichen Ladestrom (Ampere) für die Batterie um, was zu hervorragenden Erträgen im eiskalten Winter führt.
Auf Berghütten können die Solarmodule selten direkt neben der Batterie platziert werden, beispielsweise aufgrund von Lawinengefahr oder Felsvorsprüngen. Da HV-Module mit einer sehr hohen Spannung arbeiten, bleibt die Stromstärke (Ampere) bei gleicher Leistung minimal. Da der Leitungsverlust im Quadrat zur Stromstärke steht, reduzieren HV-Module den Stromverlust auf langen Strecken fast auf null. Zudem können dadurch deutlich dünnere, leichtere und kostengünstigere Kabel verbaut werden.
In den Bergen wandert der Schatten von Felsformationen, Bäumen oder dem Hüttenkamin schnell über die Anlage. Wenn bei einer klassischen Reihenschaltung aus Standard-Modulen ein Modul verschattet wird, bricht oft die gesamte Systemspannung unter das Niveau der Batteriespannung ein und der Ladevorgang stoppt komplett. HV-Module starten mit einer so enormen Spannungsreserve, dass die Systemspannung selbst bei einer temporären Teilverschattung mehrerer Zellen stabil über der Batteriespannung bleibt und das System unterbrechungsfrei weiterläuft.
Schneeflächen reflektieren das Sonnenlicht extrem stark zurück auf die Solarmodule (Albedo-Effekt). Die Module erhalten so zusätzliches Licht von unten und den Seiten. HV-Module können diese ungerichtete, diffuse Zusatzstrahlung durch ihre hocheffiziente Regelung optimal verwerten. Sollte sich ein leichter Reif- oder Schneeflug auf den Modulen absetzen, sorgt die verbleibende hohe Spannungsreserve dafür, dass der Ladevorgang nicht sofort abbricht, sondern die Batterie weiterhin konstant geladen wird.